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Loschwitz - ein Stadtteil von Dresden |
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Ludwig RichterEinleitung | Lebensdaten | Werk + Wirkung | Standort Ludwig Richters Standort: Als mit der Französischen Revolution der einst so imposant erscheinende Bau der Feudalhierarchie zusammengestürzt war und auch in deutschen Landen sein zerbröckelnder, vergänglicher Charakter sichtbar wurde, erlebten viele Menschen den Verlust von überkommenen Wertvorstellungen zunächst als eine höchst beunruhigende Erscheinung. Die Kunst Philipp Otto Runges und Caspar David Friedrichs war in gewissem Sinne eine Antwort darauf. Maler wie Ludwig Richter, Moritz von Schwind oder Carl Spitzweg gehörten aber schein einer Generation an, die solche Erfahrung nicht mehr selbst machen konnte. Als sie in den 1820er Jahren begann, sich ihrer sozialen Umwelt bewußt zu werden, hatten nach langer Kriegszeit der Wiener Kongreß (1815) und die Karlsbader Beschlüsse (1819) die politische Szene in den deutschen Landen "befriedet", d. h. in einen Friedhof verwandelt, denn bei Leipzig und Waterloo hatten - wie Franz Mehring formulierte - nicht die Völker, sondern die Fürsten gesiegt. Dem jungen Richter war die Tragik jener Entwicklung, die man später die "deutsche Misere" nannte, wohl bewußt. "Die Erwartungen des deutschen Volkes wurden von den Fürsten nicht erfüllt. [...] Frost kam in die tausend herrlichen Knospen, sie fielen ab und nun ist's vorbei", schreibt er 1825 in Rom. Indem sich Richter in Rom der von Joseph Anton Koch und den Nazarenern inspirierten Landschaftsmalerei anschloß, bewegte er sich indessen durchaus auf der Höhe der Zeit. Noch Ende der 1820er Jahre gab es ja in Dresden eine starke konservative Opposition gegen die deutsch-römische Richtung, die "von den älteren Künstlern nicht wohl angesehen, von vielen geradezu als Verirrung bezeichnet wurde, auch im Publikum noch wenig Anklang fand". Die romantische Malerei, sowohl in ihrer deutsch-römischen als auch in ihrer norddeutschen Richtung stand im Zenit ihrer Entwicklung, hatte jedoch keine Basis im Volk, dem sich Ludwig Richter in seiner Kunst stets verpflichtet fühlte. "Kunst ist fürs Volk, was nützt sie sonst?" schrieb der Zweiundzwanzigjährige aus Rom. Die Kunstgesinnung, die den Bedürfnissen des klein- und mittelbürgerlichen, bäuerlichen Volkes entsprach, hatte nach 1820 mehr biedermeierliche als romantische Züge. So steht auch Richters malerisches Schaffen, mehr noch aber sein Illustrationswerk zwischen Romantik und Biedermeier. Daß er schließlich trotz beachtlicher Leistungen in seinem Fach als Landschaftsmaler nicht glücklich wurde und zur Buchillustration überwechselte, hat unter anderem auch handfeste soziale Gründe. Quelle: Ludwig Richter und sein Kreis. Guck in die Welt. |
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Zuletzt
aktualisiert: Mai 2002 |
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